Gabriela Antinei war vom 22. bis 28. Februar im Rahmen eines Personal Austausches zu Gast im Nationalpark Donau-Auen. Im Arbeitspaket Natur-Tourismus des ETC-SEE Projektes DANUBEPARKS sind Arbeitsbesuche dieser Art vorgesehen um voneinander zu lernen.
In welchem Nationalpark arbeitest du?
Ich arbeite in einem Biosphären-Reservat im Donau-Delta.
Ein Unterschied zu einem Nationalpark ist, dass in einem Biosphären- Reservat auch Menschen leben. Unser Ziel ist es die nachhaltige Entwicklung dieses Gebietes sicherzustellen.
Wo liegt dieses Reservat und wie groß ist es?
Das Danube Delta Bioshere Reserve liegt in Rumänien bei der Donau-Mündung in das schwarze Meer; ca. 2.000 Fluss-Kilometer abwärts von Wien. Es ist mit knapp 600.000 ha das größte Feuchtgebiet Europas und ist fast 60 x so groß wie der Nationalpark Donau-Auen.
Was ist dein Aufgabenbereich?
Ich bin zuständig für die Entwicklung der Umweltbildungs-Programme. Meine Tätigkeit beinhaltet die Betreuung und Entwicklung der Besucher-Zentren. Derzeit gibt es drei davon, es ist geplant, heuer noch zwei weitere Besucher-Zentren zu eröffnen. Auch um den öffentlichen Zugang zu den Umweltbildungs-Einrichtungen und um Schul-Projekte kümmere ich mich. Im Projekt DANUBEPARKS arbeite ich schwerpunktmäßig bei der Entwicklung transnationaler Ideen im Naturtourismus.
Werden bei euch geführte Exkursionen für BesucherInnen angeboten?
Wir sind eine öffentliche Einrichtung und organisieren keine Exkursionen selbst. Wir stellen aber die Zutritts-Genehmigungen aus, die alle BesucherInnen für Exkursionen in unser Schutzgebiet benötigen. Jede/r BesucherIn bezahlt eine einmalige „Eintritts-Gebühr“ unabhängig von der Dauer des Aufenthaltes. Wir haben 19 Wasser- sowie sieben Wanderrouten, die freigegeben sind. BesucherInnen dürfen sich ausschließlich auf diesen Routen aufhalten.
Wie wird euer Reservat finanziert?
Da wir eine öffentliche Einrichtung sind, werden wir vom Staat Rumänien – genauer dem Umweltministerium - finanziert.
Wie viele Mitarbeiter sind bei euch tätig?
Insgesamt arbeiten bei uns 119 Personen, darunter sind ungefähr 40 Ranger. Für die Betreuung des Naturraumes haben wir eigene Fachleute. In Fragen der Forschung und Wissenschaft kooperieren wir mit Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen.
Wie gefällt es dir im Nationalpark Donau-Auen?
Es gefällt mir hier sehr gut. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Nationalpark Verwaltung sehr gut organisiert ist und jeder seinen Einsatzbereich genau kennt. Ich habe den Eindruck, dass sehr hart und konzentriert gearbeitet wird, dass aber jeder auch Spaß dabei hat und alles gibt. Die Menschen in Orth/ Donau habe ich sehr freundlich und höflich erlebt. Im Supermarkt wird man bei mir zu Hause nicht gegrüßt.
Wo gibt es landschaftliche Ähnlichkeiten bei den beiden Gebieten?
Die einzige Gemeinsamkeit ist die Donau. Die Lebensräume und die Vegetation sind sehr unterschiedlich. Ihr habt hier Wald, wir haben viel, viel mehr Wasser und Schilf.
Was hat dir der Besuch gebracht?
Ich finde es sehr wichtig sich untereinander auszutauschen. Wir können sehr gut voneinander lernen: in Fragen des Umweltschutzes, der Organisation, des sanften Tourismus bis hin zur Weiterentwicklung von neuen Ideen und Forschungsprojekten. Gemeinsam sind wir stärker, unser gemeinsames, transnationales Naturerbe, die Donau zu schützen und langfristig zu erhalten.
Das Interview führte Mag. Georg Frank, Projektleiter von DANUBEPARKS.
www.danubeparks.org







Der Orther Schloss-Storch „Schurl“ und seine Gemahlin „Sissi-Elisabeth“ wohnen seit vielen Jahren ganzjährig auf dem Schlossturm im schlossORTH Nationalpark-Zentrum. Auch heuer haben die beiden erfolgreich gebrütet und konnten alle vier Jungstörche großziehen, was bei Störchen nicht selbstverständlich ist.
Am Nachmittag stürzte er unvermutet aus dem Nest und musste im Turnierhof notlanden. Verzweifelt kauerte er sich an die Schlossmauer und hatte keine Chance mehr zurück in sein Nest zu gelangen, das sich auf dem Schlossturm befindet. Nationalpark-Ranger, die gerade mit Schulklassen im Hof waren, schritten sofort zur Tat und fingen den verängstigten Storch ein.
Nachdem die Elterntiere dort aber nicht landen konnten um ihn zu versorgen, wurde er den gestrigen Tag von „Hand“ versorgt bis sein Nest entsprechend montiert war, dass sowohl die Eltern landen können, als der Jungstorch auch neue Flugversuche starten kann.
Die 3B war gerade zu Fuß am Donauufer unterwegs, als die Kinder plötzlich eine Schildkröte im Ufergras sahen.
Die Europäischen Sumpfschildkröten sind eine höchst bedrohte Spezies, die im Nationalpark Donau-Auen ihr letztes natürliches Vorkommen in Österreich haben. Sie werden gehütet wie ein Schatz.
Es war tatsächlich ein sehr rares Privileg der 3B, dass sie an diesem Tag eine Europäische Sumpfschildkröte aus nächster Nähe sehen und studieren konnte.
Warum? - Nun, die Gelbwangenschildkröte ist gar keine heimische Schildkrötenart und überdies verdrängt sie die vom Aussterben bedrohte heimische Europäische Sumpfschildkröte, die in den Donau-Auen ihr letztes Vorkommen in Österreich hat, aus ihrem angestammten Lebensraum. Gelbwangenschildkröten stammen ursprünglich aus Nordamerika und gelangten über den Zoohandel nach Europa.
In der Regel werden diese Tiere einfach ausgesetzt, wenn sie den Besitzern zu groß oder unbequem werden. Dadurch werden sie zur Gefahr für die sensible Europäische Sumpfschildkröte (siehe links), die es unbedingt zu schützen gilt.
Nach der interessanten Kunde aus dem Tierreich wurden noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen. Die Findelschildkröte wurde einer Nationalpark-Mitarbeiterin übergeben, die einen guten Platz für sie ausfindig machen konnte: Ein betreutes Gehege für ausgesetzte Gelbwangenschildkröten in Wels.