Besuch aus dem Donau Delta - Ein Interview:

07. März 2010

Gabriela Antinei war vom 22. bis 28. Februar im Rahmen eines Personal Austausches zu Gast im Nationalpark Donau-Auen. Im Arbeitspaket Natur-Tourismus des ETC-SEE Projektes DANUBEPARKS sind Arbeitsbesuche dieser Art vorgesehen um voneinander zu lernen.

In welchem Nationalpark arbeitest du?
Ich arbeite in einem Biosphären-Reservat im Donau-Delta.
Ein Unterschied zu einem Nationalpark ist, dass in einem Biosphären- Reservat auch Menschen leben. Unser Ziel ist es die nachhaltige Entwicklung dieses Gebietes sicherzustellen.

Wo liegt dieses Reservat und wie groß ist es?
Das Danube Delta Bioshere Reserve liegt in Rumänien bei der Donau-Mündung in das schwarze Meer; ca. 2.000 Fluss-Kilometer abwärts von Wien. Es ist mit knapp 600.000 ha das größte Feuchtgebiet Europas und ist fast 60 x so groß wie der Nationalpark Donau-Auen.

Was ist dein Aufgabenbereich?
Ich bin zuständig für die Entwicklung der Umweltbildungs-Programme. Meine Tätigkeit beinhaltet die Betreuung und Entwicklung der Besucher-Zentren. Derzeit gibt es drei davon,  es ist geplant, heuer noch zwei weitere Besucher-Zentren zu eröffnen. Auch um den öffentlichen Zugang zu den Umweltbildungs-Einrichtungen und um Schul-Projekte kümmere ich mich. Im Projekt DANUBEPARKS arbeite ich schwerpunktmäßig bei der Entwicklung transnationaler Ideen im Naturtourismus.

Werden bei euch geführte Exkursionen für BesucherInnen angeboten?
Wir sind eine öffentliche Einrichtung und organisieren keine Exkursionen selbst. Wir stellen aber die Zutritts-Genehmigungen aus, die alle BesucherInnen für Exkursionen in unser Schutzgebiet benötigen. Jede/r BesucherIn bezahlt eine einmalige „Eintritts-Gebühr“ unabhängig von der Dauer des Aufenthaltes. Wir haben 19 Wasser- sowie sieben Wanderrouten, die freigegeben sind. BesucherInnen dürfen sich ausschließlich auf diesen Routen aufhalten.

Wie wird euer Reservat finanziert?
Da wir eine öffentliche Einrichtung sind, werden wir vom Staat Rumänien – genauer dem Umweltministerium -  finanziert.

Wie viele Mitarbeiter sind bei euch tätig?
Insgesamt arbeiten bei uns 119 Personen, darunter sind ungefähr 40 Ranger. Für die Betreuung des Naturraumes haben wir eigene Fachleute. In Fragen der Forschung und Wissenschaft kooperieren wir mit Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen.

Wie gefällt es dir im Nationalpark Donau-Auen?
Es gefällt mir hier sehr gut. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Nationalpark Verwaltung sehr gut organisiert ist und jeder seinen Einsatzbereich genau kennt. Ich habe den Eindruck, dass sehr hart und konzentriert gearbeitet wird, dass aber jeder auch Spaß dabei hat und alles gibt. Die Menschen in Orth/ Donau habe ich sehr freundlich und höflich erlebt. Im Supermarkt wird man bei mir zu Hause nicht gegrüßt.

Wo gibt es landschaftliche Ähnlichkeiten bei den beiden Gebieten?
Die einzige Gemeinsamkeit ist die Donau. Die Lebensräume und die Vegetation sind sehr unterschiedlich. Ihr habt hier Wald, wir haben viel, viel  mehr Wasser und Schilf.

Was hat dir der Besuch gebracht?
Ich finde es sehr wichtig sich untereinander auszutauschen. Wir können sehr gut voneinander lernen: in Fragen des Umweltschutzes, der Organisation, des sanften Tourismus bis hin zur Weiterentwicklung von neuen Ideen und Forschungsprojekten. Gemeinsam sind wir stärker, unser gemeinsames, transnationales Naturerbe, die Donau zu schützen und langfristig zu erhalten.

Das Interview führte Mag. Georg Frank, Projektleiter von DANUBEPARKS.
www.danubeparks.org

Die Nationalparkschule Hainburg auf Spurensuche im Schnee!

25. Januar 2010

Die zweiten Klassen der Hauptschule Hainburg nützten die kalten Wintertage der letzten Woche um (in Haslau am Südufer der Donau) auf Spurensuche zu gehen.

Winter Altarm

Am schneebedeckten Donauufer entdeckten sie rasch Fußspuren, die sich sehr eindeutig zuordnen ließen. Wenig überraschend waren dort Hunde unterwegs gewesen. Etwas abseits der Trampelpfade tauchten aber auch Abdrücke von Rehen und ganz nahe an der Wasserlinie Spuren von Reihern auf, die hier wohl gefischt hatten.

Was zuerst als Hinweis auf einen „Mäusekirtag“ angesehen wurde – viele kleine vermeintliche Pfotenabdrücke – entpuppte sich bei näherer Überlegung und Betrachtung der Umgebung als die Spur von Regentropfen bzw. abtauendem Schnee.  Mäuse wären vermutlich auch schnell Beute von einem hungrigen Reiher geworden.

Graureiher mit Beute

Ein paar Schelme versuchten ihre Klassenkollegen in die Irre zu führen: Sie legten fünfzehige Vogelspuren oder Abdrücke, die am ehesten an einen Yeti erinnern sollten, an und freuten sich an den ziemlich verdutzten Gesichtern ihrer Freunde.

 Aber nicht nur Trittspuren fielen auf, entlang des Treppelweges fanden die Schüler bald Fraßspuren vom Biber, und im Wald hatten Wildschweine auf Nahrungssuche die obersten Bodenschicht ordentlich umgedreht.

Wildschweinspur

Eine ernsthafte Spurensuche braucht natürlich auch die Beweissicherung und so versuchten alle drei Klassen Gipsabgüsse von Abdrücken im Schnee (!) herzustellen. Ein echte Herausforderung, war doch nicht klar, ob der trocknende und daher Wärme abgebende Gips die Schneespur nicht anschmelzen würde.

Wildschweinspuren

Nach ersten Anlaufschwierigkeiten, weil der Gips recht lange zum Trocknen braucht, konnten aber immer zumindest zwei Spuren so abgegossen werden, dass sie eindeutig zu erkennen waren – auch wenn es nur Hundespuren waren.

Alles in allem ein gelungener und sehr interessanter Ausflug in die gefrorenen und schneebedeckten Donau-Auen, den die Kinder lange nicht vergessen werden. Au zum Anfassen!

Winterwanderung mit der HS Hainburg

Dr. Gabriele Hrauda

Halten alle Winterpause im Nationalpark?

13. Dezember 2009

Einige von Ihnen werden sich bestimmt fragen, was während der Winterpause im schlossORTH Nationalpark-Zentrum vor sich geht. Wenn Sie nun denken, wir halten auch Winterpause, dann muss ich Sie enttäuschen. Es wird emsigst weitergearbeitet:

Die vergangene Saison wird ausgewertet und abgeschlossen. Viel wichtiger aber, die neue Saison, die am 21. März 2010 beginnt wird vorbereitet. Die neuen Programme werden entwickelt und gestaltet, die Feste geplant, die Exkursionen evaluiert und weiterentwickelt. Die Ausstellung im Nationalpark-Zentrum wird gewartet und die Schlossinsel wird winterfest gemacht.

Nicht zuletzt haben die Arbeiten am neuen Au-Blick, der Nationalpark-Zeitung, die im Frühjahr erscheinen wird, begonnen. Sie sehen….jede Menge zu tun!

Übrigens: Das neue Schulprogramm für das Jahr 2010 ist schon fertig. Sie können es bei uns bestellen: nationalpark@donauauen.at. Und das allgemeine Besucherprogramm 2010 wird in neuem “Gesicht” in den nächsten Wochen erscheinen.

Wenn Sie am Wochenende einen Nachmittag bei uns verbringen möchten, dann schauen Sie doch in unseren Veranstaltungskalender. Winterwanderungen zu bestimmten Themen werden angeboten und lohnen sich wirklich. Die Au ist auch im Winter sehr attraktiv und es sind jede Menge Tiere  zu beobachten. Da die Bäume keine Blätter haben, sieht man sehr weit im Wald! Informationen und Anmeldungen Mo-Fr. 8-13.00 Uhr unter 02212/ 3555.

Bleibt mir jetzt noch, Ihnen ein frohes Fest zu wünschen und schöne Feiertage sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Auf ein Wiedersehen -zuminest einmal hier im Blog - im Jänner!

Ihre
Bettina Schuckert

Schön langsam wird es doch einsam….

09. November 2009

Selbst auf unserer Schlossinsel -  dem Tor zur Au - normalerweise gefüllt mir dem prallen Auleben, wird es doch langsam ruhig und  - ja man kann es nur so sagen - einsam. Seit 2. November sind das schlossORTH Nationalpark-Zentrum und auch die Schlossinsel in der Winterruhe.

Bis 21. März, dem kalendarischen Frühlingsbeginn, sind diese Einrichtungen für BesucherInnen nun geschlossen. Die Ziesel halten ihren Winterschlaf, die Europäischen Sumpfschildkröten ebenso. Auch die sommerlichen Gastschafe sind wieder in ihren Stall zurück gekehrt.

Einzig unser Schlossstorch Schurl und seine Gemahlin sind uns treu und thronen nach wie vor auf dem Schlossturm. Dieser Tage werden sie aber von guten Seelen mit Futter versorgt, da sie sonst nicht überleben könnten.

Hinter den Kulissen wird natürlich fleissig weitergearbeitet und bereits an Neuheiten für die nächste Saison getüftelt. Bleiben Sie also neugierig. Wir legen uns nicht auf die faule Haut!

Und auch wenn das Besucherzentrum geschlossen ist, heißt das noch lange nicht, dass die Au bzw. der Nationalpark selbst geschlossen ist. Unsere speziellen Winterwanderungen bieten wir selbstverständlich an. Nähere Infos unter 02212-3555 von Montag bis Freitag 8 bis 13.00 Uhr.

Bettina Schuckert

“Nationalpark Donau-Auen goes Nordpol”

28. Oktober 2009

Vor ein paar Tagen erreichte die Nationalpark Verwaltung ein E-mail mit dem ungewöhnlichen Betreff: “NP-Mütze am Nordpol” und machte uns sofort neugierig.

Wir wollten zuerst unseren Augen nicht trauen!

Da hat doch ein deutscher Besucher des Nationalpark Donau-Auen scheinbar im Frühling eine Kappe bei uns gekauft und mit dieser Kappe eine Reise zum Nordpol gemacht.

Kann das echt sein, haben wir uns gefragt oder hat sich jemand einen Scherz mit uns erlaubt? Wir haben Kontakt aufgenommen und sind uns nun sicher: Unsere Kappe war am Nordpol!

Dr. Eckart Pott aus Stuttgart, ein Limnologe und  Buchautor, Naturfotograf und Lecturer/Naturalist dachte sich, dass uns diese nette Anekdote gefallen würde und es ist tatsächlich so, dass wir gerne darüber berichten.

Am 29. Juli 2009 hat also Herr Dr. Pott mit einer Kappe des Nationalpark Donau-Auen den Nordpol erreicht. Hier das Beweisfoto:

Nationalpark-Kappe am Nordpol

Wenn Sie auch ähnliche Fotos haben, dann nur zu, wir haben hier eine ideale Galerie dafür.

Bettina Schuckert

Verletzter Eisvogel gerettet!

22. Oktober 2009

Vor ein paar Tagen erreichte einen Nationalpark-Mitarbeiter ein Hilferuf.

In Baden bei Wien (nicht gerade um’s Eck) wurde ein verletzter Eisvogel gefunden. Offensichtlich ist er gegen eine Glaswand, die er nicht gesehen hatte gedonnert und war sehr benommen. Die ”Ersthelfer” haben ihn vorsichtig hochgenommen und schnell wurde ihnen klar, dass sie sich nicht selbst um das Tier kümmern können.

Was also tun?

Vor einiger Zeit waren sie einmal zu Besuch im Nationalpark Donau-Auen und es blieb ihnen, neben wunderschönen Natureindrücken, besonders Josef Steiner in Erinnerung - den haben Sie also kontaktiert. Und es war eine gute Idee!

Der Eisvogel wurde eingepackt und den ganzen Weg in den Nationalpark Donau-Auen gebracht und Josef hat sich seiner angenommen.

Ihn zu füttern ist in diesen Tagen gar nicht so einfach. Eisvögel ernähren sich von kleinen Fischen und diese sind im Spätherbst Mangelware! Darüber hinaus sterben sie, wenn sie zwei Tage keine Fische bekommen. Da der Eisvogel alles in allem einen sehr geschwächten Eindruck machte, suchte selbst Josef professionelle Hilfe - und brachte das Tier in die Greifvogelstation Haringsee, wo es nun wirklich fachgerechte Betreuung bekommt.

Wir haben heute erfahren, dass der Eisvogel mittlerweile wieder selbst frißt und, dass es ihm gut geht. Er dürfte bei dem Aufprall auch nicht erblindet sein - diese Befürchtung stand im Raum - und wird bald wieder in die Freiheit entlassen werden.

Wir freuen uns sehr, dass wir helfen konnten und noch mehr freuen wir uns, dass man uns darum gebeten hat!

Eisvogel

Bettina Schuckert

Das 1. English-Adventure-Camp - ein voller Erfolg

18. August 2009

Das erste English-Adventure Camp im Nationalpark Donau-Auen fand vom 2. bis 8. August 2009 im Meierhof in Eckartsau statt. 13 Kinder zwischen 11 und 14 Jahren nahmen daran teil und wurden rund um die Uhr von Bärbl und Brian betreut.

Am Vormittag stand Englisch-Unterricht auf dem Programm, am Nachmittag lockte das Abenteuer im wilden Wasserwald. Auch am Nachmittag wurde von den Betreuern fast ausschließlich englisch gesprochen.

Es stand ein Besuch im schlossORTH Nationalpark-Zentrum auf dem Programm, eine Bootsfahrt auf einem Nebenarm der Donau, ein Besuch der Orther Inseln, ein Besuch im Hainburger Bergbad und der Regennachmittag wurde gemeinsam mit Harry Potter auf englisch verbracht.

Gleich am Ankunftstag wurde eine Radtour zur Donau organisiert. Anfangs war die Übermacht der Jungs für die 4 Mädchen anstrengend, aber mit Charme und Unterstützung von Bärbl wuchs das kleine Grüppchen schnell zusammen. 

Die Verpflegung kann sich auch sehen lassen, wurde doch täglich im GH Kramreiter im Ort gespeist. Highlight war sicherlich das Lagerfeuer mit Grillen, Campfiresongs und Campfire-stories in der Mitte der Woche.

Alle waren sich einig: Nächstes Jahr muss es auf jeden Fall wieder ein English-Adventure-Camp geben!

Hier sind die besten Fotos (Danke an Bärbl!!):

Bettina Schuckert

Jungstorch aus dem Nest gefallen - gerettet!

25. Juni 2009

25. Juni 2009. Vorgestern konnte ein junger Orther-Storch, der bei seinen ersten Balanceübungen aus dem Nest gestürzt ist, von beherzten Nationalpark-Rangern im Turnierhof des schlossORTH Nationalpark-Zentrum gerettet werden. Der unverletzte Jungstorch bekam ein Ersatznest ganz in der Nähe des elterlichen Nestes und wird von den Nationalpark Mitarbeitern nun zu seinen ersten Flugversuchen angeleitet.

Storchennachwuchs Mai 2009Der Orther Schloss-Storch „Schurl“ und seine Gemahlin „Sissi-Elisabeth“ wohnen seit vielen Jahren ganzjährig auf dem Schlossturm im schlossORTH Nationalpark-Zentrum. Auch heuer haben die beiden erfolgreich gebrütet und konnten alle vier Jungstörche großziehen, was bei Störchen nicht selbstverständlich ist.

Oft passiert es, dass junge Störche bei Unwettern aus dem Nest fallen. Für die meisten gibt es dann leider keine Hoffnung mehr.

Der Orther Storchennachwuchs ist heuer schon fast flügge und unternimmt bereits erste Balanceübungen am Rand des Nestes, was einem Jungstorch vorgestern fast zum Verhängnis wurde:

Jungstorch mit Nationalpark-RangerAm Nachmittag stürzte er unvermutet aus dem Nest und musste im Turnierhof notlanden. Verzweifelt kauerte er sich an die Schlossmauer und hatte keine Chance mehr zurück in sein Nest zu gelangen, das sich auf dem Schlossturm befindet. Nationalpark-Ranger, die gerade mit Schulklassen im Hof waren, schritten sofort zur Tat und fingen den verängstigten Storch ein.  

Schnell wurde ein Ersatznest aus einem Ausstellungsraum besorgt und ganz in der Nähe des elterlichen Nestes angebracht.

Neues Nest JungstorchNachdem die Elterntiere dort aber nicht landen konnten um ihn zu versorgen, wurde er den gestrigen Tag von „Hand“ versorgt bis sein Nest entsprechend montiert war, dass sowohl die Eltern landen können, als der Jungstorch auch neue Flugversuche starten kann.

Laut dem Vogelexperten des Nationalpark Donau-Auen, Mag. Georg Frank, ist damit zu rechnen, dass das Jungtier in den nächsten Tagen Flugreife erlangt und dadurch insgesamt gute Chancen hat, den Vorfall schadenfrei zu überstehen.

Wir wünschen dem jungen Herrn Adebar alles Gute und halten Sie - liebe Leser - hier auf dem Laufenden!

Bettina Schuckert

News: Am Freitag, 26.6. wurden wir Zeugen der ersten Flugversuche unseres Nesthäkchens. Er hat es mit viel Glück über das Schlossdach geschafft und ist dann auf einem Parkplatz im Ortszentrum von Orth gelandet. Leider war es ihm noch immer nicht möglich vom Boden aus selbst zu starten und so haben wir uns dazu entschlossen, die Greifvogelstation Haringsee zu bitten, ihn aufzunehmen.

In Haringsee bekam er einen erwachsenen Beistorch an seine Seite mit dem er sich gut verstand. Dieser hat ihm das Fliegen, Starten und Landen beigebracht und mittlerweile zieht der Jungstorch weite Kreise in der Gegend.

Sogar der ORF kam um diese nette Geschichte zu filmen. Schurl und seine Familie sind nun auch Fernsehstars!

Eine Sumpfschildkröte auf Wandertag…

08. Juni 2009

Am Mittwoch nach Pfingsten hatten die Schüler der 3B der Privatvolksschule St. Ursula aus dem Süden Wiens ein seltenes Naturerlebnis:

Sie waren auf einen Lehrausgang in den Nationalpark Donau-Auen gekommen und wurden Zeugen einer „Schildkrötenwanderung“ einer männlichen Europäischen Sumpfschildkröte.

Pfeilspitze zeigt Europäische SumpfschildkröteDie 3B war gerade zu Fuß am Donauufer unterwegs, als die Kinder plötzlich eine Schildkröte im Ufergras sahen.

Die Nationalpark-Rangerin, Bärbl Mertin, die mit den Kinder unterwegs war, konnte diesen seltenen Fund für eine sehr anschauliche Information über die Europäische Sumpfschildkröte und ihre typischen Verhaltens-weisen nutzen. Die Kinder lauschten alle andächtig.

Die Europäischen Sumpfschildkröten sind eine höchst bedrohte Spezies, die im Nationalpark Donau-Auen ihr letztes natürliches Vorkommen in Österreich haben. Sie werden gehütet wie ein Schatz.

Es gibt sogar ein Artenschutzprojekt für diese faszinierende Tierart, das vom Nationalpark Donau-Auen mit finanzieller Unterstützung vom Tiergarten Schönbrunn durchgeführt wird.

Die Population der Europäischen Sumpfschildkröte im Nationalpark Donau-Auen soll dadurch dauerhaft gesichert werden.

Im Rahmen des Artenschutzprojektes kann man auch ein Schildkrötengelege adoptieren und so Pate bzw. Patin dieser wunderbaren Tiere werden (Infos unter 02212/ 3450).

Es war tatsächlich ein sehr rares Privileg der 3B, dass sie an diesem Tag eine Europäische Sumpfschildkröte aus nächster Nähe sehen und studieren konnte.

Das ist Biologieunterricht, der so richtig Spaß macht!

Bettina Schuckert

Ausgesetzte Gelbwangenschildkröte von Kremser Schulklasse gerettet!

06. Mai 2009

Am Mittwoch, dem 29.4. staunten die Schüler einer Besucherklasse aus Krems nicht schlecht:

Sie waren gerade auf einer Bootstour in einem Nebenarm der Donau unterwegs, als sie eine Gelbwangenschildkröte beim Sonnenbad auf einem Stück Treibholz sitzend entdeckten. Die Aufregung war groß, letztendlich konnten die Kinder aber gemeinsam mit dem Nationalpark-Ranger das Tier bergen.Nationalpark Ranger mit Gelbwangenschildkröte und Kindern

Die Schulklasse aus Krems ist gemeinsam mit ihrem Lehrer auf einer dreitägigen Exkursion im Meierhof zu Gast und lernt mit Spiel, Spaß und Spannung die Natur und die vielfältigen Themen des Nationalparks kennen.

Was genau ist der Meierhof?
Das Nationalpark-Jugendlager in Eckartsau ist eine ökopädagogische Einrichtung, die mehrtägige Erlebnisaufenthalte für Schulklassen und Jugendgruppen anbietet. Maximal 75 Personen finden Platz. Die Unterbringung erfolgt in Großzelten, weiters stehen ein großer Sanitärbereich sowie ein weiträumiger Speisesaal und eine Küche zur Verfügung. Eine große Flotte an Mountainbikes schafft die Möglichkeit sich in der Umgebung zwanglos zu bewegen. Der Meierhof ist über die Jahre ein beliebtes Ausflugsziel für Klassenfahrten aus ganz Österreich geworden und die Kinder nehmen viele schöne Erinnerungen wieder mit nach Hause.

Zurück zum eigentlichen Abenteuer mit der Gelbwangenschildkröte:
Nachdem das Tier geborgen war, zeigten sich die Schüler sehr interessiert an der weiteren Zukunft und staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass die Ranger gar nicht so erfreut über den Fund waren.

GelbwangenschildkröteWarum? - Nun, die Gelbwangenschildkröte ist gar keine heimische Schildkrötenart und überdies verdrängt sie die vom Aussterben bedrohte heimische Europäische Sumpfschildkröte, die in den Donau-Auen ihr letztes Vorkommen in Österreich hat, aus ihrem angestammten Lebensraum. Gelbwangenschildkröten stammen ursprünglich aus Nordamerika und gelangten über den Zoohandel nach Europa.

Europäische SumpfschildkröteIn der Regel werden diese Tiere einfach ausgesetzt, wenn sie den Besitzern zu groß oder unbequem werden. Dadurch werden sie zur Gefahr für die sensible Europäische Sumpfschildkröte (siehe links), die es unbedingt zu schützen gilt.

Schmuckschildkröten sind unerwünscht im Nationalpark.

Ein Tier auszusetzen ist neben der Tatsache, dass es eine zutiefst herzlose Aktion ist, illegal und darüber hinaus Faunenverfälschung!

SchulklasseNach der interessanten Kunde aus dem Tierreich wurden noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen. Die Findelschildkröte wurde einer Nationalpark-Mitarbeiterin übergeben, die einen guten Platz für sie ausfindig machen konnte: Ein betreutes Gehege für ausgesetzte Gelbwangenschildkröten in Wels.

Wir wünschen der Schildkröte alles Liebe!

Bettina Schuckert/ Barbara Mertin